Ich war im Kino...

Benutzeravatar
MovieMan
Profi
Beiträge: 1159
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:02
Wohnort: Hamburger Speckgürtel
Hat sich bedankt: Danksagungen
Danksagung erhalten: Danksagungen

HOW TO MAKE A KILLING - TODSICHERES ERBE

#1126 

Beitrag von MovieMan »

Der aus der Familie „ausgestoßene“ Becket (G. Powell) ist aber nicht aus der Erbfolge der reichen Dynastie ausgeschlossen. Um an den großen Zaster heranzukommen, muss er nur genügend unliebsame Verwandtschaft aus dem Weg räumen. Dabei stehen ihm seine Freundin Ruth (J. Henwick) und vor allem seine Jugendliebe Julia (M. Qualley) immer mal wieder im Weg.

In diesem Gaunerstück lässt G. Powell wieder seinen unnachahmlichen Charme sprühen und M. Qualley gibt sich als fieses Miststück. Insgesamt fällt es schwer, so richtig sympathische Charaktere auszumachen. Die Krone wird dem Ganzen durch E. Harris als Familienpatriarch aufgesetzt. Trotz geringer Screentime verbreitet sein Auftreten äußerstes Vergnügen.
Der Geschichte kann man natürlich vorwerfen, sie glorifiziere Gewalt und Raubrittertum, doch das macht sie mehr als charmant. Es ist schon eigenartig, dass man als Zuschauer einem Gauner, der Leute aus fehlgeleiteten Interessen ums Eck bringt, auch noch die Daumen drückt. Ein Zeichen unserer Zeit? Oder bin ich selbst in meinen Wertvorstellungen schon völlig verkorkst?

Die Story wird in Rückblenden im Rahmen eines „Interviews“ erzählt, bis am Ende ein paar Überraschungen an die Zuschauer ausgegeben werden. Ja, das Ende ist m.E. moralisch fragwürdig – doch zumindest ziemlich unterhaltsam, und das „Augenzwinkern“ lässt den Zuschauer alles im Nachhinein wieder „richtig“ einordnen.

Ein paar der Charaktere sind mehr ausgefeilt als die anderen, insofern konzentriert sich die Handlung um wenige Personen, was aber hier kein Nachteil ist.
Der Spannungsbogen ist eher mittelmäßig, ich habe schon während des Films immer an das mögliche Ende denken müssen. Das hat für mich die Spannung aufrecht erhalten.

Unterhaltsames aber moralisch fragwürdiges Gaunerstück mit zumeist unsympathischen Charakteren aber spiellaunigen Hauptdarstellern.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

Benutzeravatar
MovieMan
Profi
Beiträge: 1159
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:02
Wohnort: Hamburger Speckgürtel
Hat sich bedankt: Danksagungen
Danksagung erhalten: Danksagungen

LEE CRONIN'S THE MUMMY

#1127 

Beitrag von MovieMan »

Familie Cannon erleidet einen Schicksalsschlag als sie Tochter Katie verlieren. Jahre später sitzt Katie wieder vor ihnen. Doch sie hat sich verändert, und das nicht zum Positiven. Durch ihre Anwesenheit schwebt die ganze Familie in äußerster Gefahr.

Die Mumienfilme sind wie die Mumien selbst einfach nicht tot zu kriegen. Hier wählt man erfreulicherweise mal einen etwas anderen Ansatz, indem man die Geschichte als Mix zwischen DER EXORZIST und EVIL DEAD angelegt hat.
Katie-Darstellerin N. Grace verleiht ihrer Figur etwas unentwegtes Unheimliches und Bedrohliches, sodass man abgesehen von den üblichen Horrorfilmelementen schon aus schauspielerischer Sicht ein latentes Unbehagen mit einer Figur verbreiten kann.

Dazu gesellen sich teils handgemachte, teils computergenerierte Effekte. Die handgemachten Effekte sind hervorragend gelungen und müssen keinen Vergleich mit den jüngsten Verfilmungen aus der EVIL DEAD Reihe scheuen. Die CGI-Effekte hingegen sind eher auf TV-Serien-Niveau.
Eines muss man aber dem Film zusprechen, er ist überbetont ekelig und auch blutig. Der Zuschauer wird quasi durch lange Einstellungen auf unschöne Details optisch gefoltert. Es ist fast ein Spiel mit dem Zuschauer: Wird er wegsehen bevor die Szene zu Ende ist? Das bringt dem Film das FSK18 Siegel zu Recht ein.

Auffallend ist die Akustik. Eine hervorragende Surroundkulisse hüllt die Kinozuschauer ein und die Handlung sowie der Schrecken sind immer präzise zu orten. Ein schönes Sounddesign.
Im Abspann erklingt ein Score, der die Handlung des Films tonal nochmals vollends aufnimmt. Nichts, was man sich so unabhängig vom Film anhören würde, aber als Abspannmusik hervorragend funktioniert, auch wenn ich dann immer fast die einzige Person im Saal bin, die solche Momente noch genießt.

Blutig, ekeliger Mumienfilm mit etwas anders konstruierter Geschichte und der mit seinen guten handgemachten Tricks eine Herausforderung für die (meisten) Zuschauer darstellen könnte.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

Benutzeravatar
MovieMan
Profi
Beiträge: 1159
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:02
Wohnort: Hamburger Speckgürtel
Hat sich bedankt: Danksagungen
Danksagung erhalten: Danksagungen

APPOFENIACS

#1128 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Aus technischer Bewunderung und aus Rachegelüsten stellt Duke eine Reihe von Deepfake-Videos in das Internet, ohne zu ahnen, welch schlimme Auswirkungen diese Filmschnipsel auf die Betroffenen haben.

Der Film widmet sich dem zunehmenden Phänomen, ohne Aufwand KI-unterstützt von Jedermann realistische Deepfakes zu erstellen, die mit der Realität nichts mehr gemein haben und den Betroffenen in Misskredit bringen kann. Experten rechnen übrigens damit, dass im Jahr 2027 bereits Deepfakes so gut sein werden, dass man sie als solche technisch nicht mehr entlarven kann.
Insofern hingt der Film bereits ein wenig hinter der Gegenwart hinterher.

Die Geschichte wird episodisch erzählt, wobei die einzelnen Handlungsstränge immer weiter zusammengeführt werden. Am Anfang empfand ich das ein wenig konfus und irritierend. Die Handlung konzentriert sich weniger auf die Herstellung der Deepfakes als auf die Auswüchse, welche mit ihnen verbunden sind. Eingewoben wird das thrillerähnlich in Minigeschichten, die manchmal auch ein wenig strange daherkommen, schließlich aber unschön eskalieren und mitunter auch ziemlich blutig sind.

Die (wohl zumeist) handgemachten Effekte schwanken in der Qualität von unbeabsichtigt belustigend bis gut gemacht.

Schauspielerisch bewegt man sich am unteren Mittelmaß, lediglich S. Gunn konnte sich in der Performance etwas positiver absetzen.

Ein Film, der uns das kommende Grauen durch die technischen Möglichkeiten im Sinne von Deepfakes näherbringen soll, obwohl uns dieser Umstand in der Realität schon längst eingeholt hat. Der Film kommt 3-4 Jahre zu spät. Dafür hinterlässt er einen ziemlich üblen Nachgeschmack mit Blick auf eine Gesellschaft, die sich zunehmend als moralisch krank und skrupellos offenbart.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

Benutzeravatar
MovieMan
Profi
Beiträge: 1159
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:02
Wohnort: Hamburger Speckgürtel
Hat sich bedankt: Danksagungen
Danksagung erhalten: Danksagungen

MAG MAG

#1129 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Ein Geist treibt in der Kunstschule sein Unwesen und haucht diversen Schülern das Leben aus. Je mehr Details an das Licht kommen, desto dramatischer wird die Vorgeschichte und desto unheilvoller wird die Verheißung.

Langhaarige Mädchen, die einem schlurfend nach dem Leben trachten, sind bereits in der RING Reihe auf Beutefang gewesen. Dieses Schema greift man im episodisch angelegten Film wieder auf. Die Episoden sind den einzelnen Protagonisten gewidmet und so gestrickt, dass sich am Ende ein Gesamtbild der Hintergrundstory ergibt.

Die Atmosphäre ist latent unheimlich und die Handlung zuweilen auch blutig, doch irgendwie bleibt die Spannung etwas auf der Strecke. Die RING Filme waren für mich viel unheimlicher. Dieser Film driftet mit fortschreitender Spielzeit immer mehr in ein Drama ab und das Unheil verliert seinen Schrecken.

Die japanischen Darsteller agieren kulturell gewöhnungsbedürftig, da ich ja (noch) eher die westlichen Verhaltensmuster im Kopf habe. Insofern wirkt manche Performance aus der westlichen Sicht ein wenig überemotional.

Die Trickeffekte und Masken sind eher auf TV-Niveau, anschaulich, aber nicht besonders. Die sogenannten Schockeffekte halten sich in Grenzen und die Spannungskurve fällt nach und nach nach unten, während die Dramakurve hinzugewinnt.

Geistreiche Schauerveranstaltung mit durchschnittlichen Effekten und für mich noch immer gewöhnungsbedürftigem Acting der fernöstlichen Darsteller.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

Benutzeravatar
MovieMan
Profi
Beiträge: 1159
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:02
Wohnort: Hamburger Speckgürtel
Hat sich bedankt: Danksagungen
Danksagung erhalten: Danksagungen

IMPOSTERS

#1130 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Baby Theo verschwindet plötzlich von der Einweihungsfeier des neu hinzugezogenen Paares Marie und Paul. Außerdem gehen seltsame Dinge in dem kleinen Örtchen vor sich. Zunehmend stellt sich die Frage, wie weit man gehen würde, um das alte Familienleben wieder herzustellen.

Was als Thriller beginnt, bewegt sich über Mystery hin zu einem Drama.
Im Vordergrund der Geschichte steht der Umgang mit einer fordernden Situation, die am Grundgefüge einer jungen Familie zerrt. Wie sehr wirkt sich die Situation auf die einzelnen Personen aus und inwieweit besteht Bereitschaft, für ein Ziel bis zum Äußersten zu gehen? Das sind die zentralen Fragen, die hier aufgeworfen werden.
Das geht in seiner Lösung nicht gänzlich ohne Gewalt ab.

Spannend dargestellte Extrem- bzw. Überforderungssituation eines jungen Paares mit erheblichem Mystery-Einschlag, zeitweilig zum Nägelkauen.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

Benutzeravatar
MovieMan
Profi
Beiträge: 1159
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:02
Wohnort: Hamburger Speckgürtel
Hat sich bedankt: Danksagungen
Danksagung erhalten: Danksagungen

WHISTLE

#1131 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Das an der Highschool gefundene Artefakt stößt einen unheimlichen Ton aus, wenn man in das „Instrument“ hineinbläst und hat als Nebenwirkung noch den Tod aller Anwesenden zur Folge. Außenseiterin Chrys stellt sich dem entgegen.

FINAL DESTINATION trifft hier auf ein Highschoolsetting und wird mit okkultem Inhalt gemixt, für den unzählige andere Filme als Pate herhalten könnten. Der Plot schließt idiotische Teenager genauso mit ein, wie die eine Außenseiterperson, der es bedarf, die Geschichte um sie herum aufzubauen. Daher überrascht der Film in keinster Weise mit einem neuen Konzept und reiht sich nahtlos in ähnliche 08/15 Produktionen ein.

Die Spannung besteht hauptsächlich darin, ob der in Gang gesetzte Prozess irgendwann ein Ende hat und wie man dieses Ende herbeiführt.
Die Todesvarianten sind an die FINAL DESTINATION Reihe angelehnt und ein wenig abwechslungsreich.

Tricktechnisch bewegt sich der Film zwischen Amateur- und unterem Profi-Niveau.
Über die schauspielerischen Leistungen breiten wir gnädigerweise den großen Mantel des Schweigens.

Leidlich spannender und wieder schnell vergessener Highschoolhorror mit nur zum Teil akzeptablen Tricks und einer eher abgedroschenen Story. Das ist mal was für den verregneten Nachmittag – oder als Abendbelustigung.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

Benutzeravatar
MovieMan
Profi
Beiträge: 1159
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:02
Wohnort: Hamburger Speckgürtel
Hat sich bedankt: Danksagungen
Danksagung erhalten: Danksagungen

MUM, I'M ALIEN PREGNANT

#1132 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Als Außenseiterin lebt die junge Mary noch ein unambitioniertes Leben bei ihrer Mutter, die allzu gern bei jeder Gelegenheit das Leben ihrer Tochter ungefragt kommentiert. Zu allem Überfluss fängt sich Mary auch noch eine Schwangerschaft ein, die nicht so ganz nach den Naturgesetzen verläuft.

OH, MEIN GOTT!!! Was die verantwortlichen Filmemacher hier umgesetzt haben, sprengt so manche Dimension. Absurder und irrwitziger geht es kaum noch. Da wird sich auch nicht der kleinste Moment zurückgehalten und das Wort „Scham“ dürfte den Filmemachern absolut inhaltlich unbekannt sein.
Nö, ich verrate hier keine weiteren Details, das würde einem nur die Freude und Überraschung nehmen.

Aber seid auf so Einiges gefasst. Jeglicher gute Geschmack wird schnell beiseite geschoben und der Film wirkt ein wenig wie eine JACKASS Folge mit einem nicht aufhörenden Stunt.
Tricktechnisch wurde hier wie in den Filmen der 50er Jahre agiert. Das macht aber nichts, denn im Vordergrund der Story steht allein die völlig aberwitzige Entwicklung der Geschichte. Und wer meint, dass der Höhepunkt (hahaha) nach ein wenig Spielzeit bereits vorüber ist, der irrt – es geht dann erst richtig los.

Auf alle Freunde des schlechten Geschmacks, des Irr- und Aberwitzigen und des Absurden wartet mit diesem Film eine Geschmacksverirrung der besonderen Art und ein ultimatives Filmvergnügen. Aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

Benutzeravatar
MovieMan
Profi
Beiträge: 1159
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:02
Wohnort: Hamburger Speckgürtel
Hat sich bedankt: Danksagungen
Danksagung erhalten: Danksagungen

PARIS MURDER MYSTERY

#1133 

Beitrag von MovieMan »

Die in Paris lebende Psychotherapeutin Lilian (J. Foster) ist geschockt als sie vom Tod ihrer Patientin erfährt und ihr klar wird, dass sie vielleicht unbewusst in diesen Tod verstrickt sein könnte. Zusammen mit ihrem Ex-Mann nimmt sie Ermittlungen auf, in deren Verlauf die Geschehnisse immer mehr in ein anderes Licht rücken.

Wenn auf dem Kinoplakat J. Foster als Hauptrolle für einen mystischen Film aufgeführt wird, denkt man schnell an DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER, der vor Spannung kaum zu ertragen war. Jetzt sollte man nur nicht den Fehler begehen, eine ähnliche Spannung von jedem Werk unter Beteiligung Fosters zu erwarten, auch wenn mit PANIC ROOM und FLIGHTPLAN immer wieder Thriller mit ihr in der Hauptrolle verfilmt wurden.
In dieser Geschichte gilt es zumindest dahingehend Abstriche zu machen. Angesichts der Handlung ist die Darbietung der Story ziemlich spannungsarm. Der Fokus wird mehr auf die Person als Psychotherapeutin sowie ihrer gemeinsamen Vergangenheit mit ihrem Ex-Mann gelegt. In der Stadt der Liebe entwickelt sich dafür mehr die Leichtigkeit des Seins zu einem Zeitpunkt, an dem das geregelte Leben aus dem Ruder zu laufen scheint. Der Film kümmert sich vordringlich um die innere Entwicklung der Hauptperson und ihrer Beziehung zur Vergangenheit oder anderen Personen.

Dabei plätschert die Handlung irgendwie ruhig vor sich hin, auf eine ungewöhnliche aber trotzdem gefällige Art, so als sei das Leben eben ein Fluss, der unaufhörlich das Wasser vom Oberlauf zum Unterlauf treibt. Am Ende steht eine Entwicklung der Hauptfigur an, für mich das zentrale Thema dieses Films, was mir aber auch erst im Nachhinein klar wurde.
Die Auflösung eines mutmaßlichen Verbrechens gerät völlig in den Hintergrund. Große Spannung wird auch gar nicht erst aufgebaut.

Mit J. Foster in der Hauptrolle und D. Auteuil als ihr Ex hat man ein ungewöhnliches Duo geschaffen, welches wie eine dezente französische Variante von Miss Marple und Mr. Stringer wirkt, irgendwie wunderbar und sympathisch.

Ein Film, dessen Thema ich zunächst missdeutet habe und der mich mit der Spielweise der wunderbaren J. Foster doch irgendwie gefangen hat und der mit seiner Unaufgeregtheit so wohltuend war.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

Benutzeravatar
MovieMan
Profi
Beiträge: 1159
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:02
Wohnort: Hamburger Speckgürtel
Hat sich bedankt: Danksagungen
Danksagung erhalten: Danksagungen

NORMAL

#1134 

Beitrag von MovieMan »

Dem kleinen Ort „Normal“ ist der Sheriff abhanden gekommen. Als Aushilfe muss der alternde Ulysses (B. Odenkirk) den Ordnungsdienst antreten, bis ein paar Wochen später offiziell ein Nachfolger ernannt/gewählt werden soll. Zunächst skeptisch aber von der Gemeinschaft freundlich aufgenommen, dient sich Ulysses in die Herzen der Anwohner, was so manches Angebot nach sich zieht. Doch zunehmend wird deutlicher, dass an diesem Ort irgendetwas nicht stimmt, bis in der Klarheit der Erkenntnis die Hölle in dem Ort losbricht.

Odenkirk knüpft mit diesem Actionfilm eigentlich nahtlos an die NOBODY Filme an.
Er muss sich in einer scheinbar ausweglosen Situation einmal mehr beweisen.
Die Action ist ausladend und höchst explosiv, die Stuntcrew war gut beschäftigt. Ganz unblutig geht es ebenfalls nicht zu Werke und dem Treiben liegt tonal ein rabenschwarzer Humor auf.
Bedient werden sämtliche Stereotype, aber alles Nebensache, denn das schlagende, schießende und sprengende Argument steht Allem voran.

Aus diesem ganzen Chaos sticht Odenkirk mit seiner Figur stets sympathisch heraus, so wie es auch bei NOBODY schon der Fall war. Im Moment zieht die Masche noch. Ich hoffe, Odenkirk übertreibt es nicht.

Fun-Actioner der heftigen Sorte mit sympathischer Hauptfigur, viel Peng Peng und Kawooooom und einem enormen Unterhaltungswert – zumindest für geneigte Zuseher, wie z.B. mich. Ich habe in bestester Laune den Kinosaal verlassen.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

Benutzeravatar
MovieMan
Profi
Beiträge: 1159
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:02
Wohnort: Hamburger Speckgürtel
Hat sich bedankt: Danksagungen
Danksagung erhalten: Danksagungen

MICHAEL

#1135 

Beitrag von MovieMan »

Das Leben des kleinen Michael Jackson ist nicht leicht. Schon früh muss er mit seinen Brüdern als die JACKSON FIVE unter der strengen Vermarktung des eigenen Vaters auf die Bühne, bis er sich zum Missfallen des allgegenwärtigen Vaters Anfang der 80er Jahre um eine Solokarriere bemüht, welche im Jahr 1987 an einem Höhepunkt angekommen zu sein scheint.

Ich weiß gar nicht, als was sich der Film eigentlich einordnen will, als Biopic, als Drama, als Musikfilm oder als was sonst? Inhaltlich werden die Stationen Jacksons von 1963 bis 1987 „abgehakt“, wobei die Inszenierung zwischen persönlicher Geschichte und den Konzerten (entweder als Jackson Five oder solo) immer wieder hin und her geht.

Die Darbietung der persönlichen Geschichte hat mir überhaupt gar nicht gefallen. Jackson wird komplett als Opfer inszeniert. Frühe Anfänge von mutmaßlich pädophilem Verhalten anderen Kindern gegenüber bzw. einer gewissen Gestörtheit in der Lebensplanung und Lebensweise werden wenn überhaupt nur angerissen aber keinesfalls vertieft. Als Executive-Producer zeichnen sich viele Geschwister Jacksons verantwortlich, die sicherlich ein Interesse daran haben, ihrem Bruder posthum keinen Schaden zuzufügen. So wirken die Szenen fast belanglos, man erfährt nicht Neues (außer man hat vor dem Film noch nie etwas von M. Jackson gehört), alles könnte den Überschriften von Boulevardblättern entnommen und filmisch kurz abgehakt worden sein. Eine kritische Gesamtwürdigung der Person Jacksons findet man vergebens.
Das einzige Highlight ist für mich der computergenerierte Schimpanse Bubbles, der die ultimative Form des Begriffes Knuddelfaktor „personifiziert“.

Dem gegenüber stehen krass geile Konzertszenen, die zu begeistern wissen. Schon die Auftritte der Jackson Five sind eine Wucht und über die Lauflänge des Films steigern sich die Szenen in einen wunderbaren musikalischen Rausch, der das musikalische Vermächtnis des Ausnahmekünstlers kaum besser aufzeigen kann.
Der „ältere“ Jackson wird dabei von Jaffar Jackson (Sohn von Jermaine Jackson) dargestellt und kann aufgrund der familiären Bindung natürlich jeden Lookalike-Contest für sich verbuchen.
Der darstellerischen Leistung der Musik- und Tanzszenen Jaffars gebürt mein ausdrücklicher Respekt. Gestik, Moves, Schritte und Gesamtchoreographie stehen denen seines Onkels so gut wie gar nicht nach. Live gesungen hat Jaffar in den Konzertszenen allerdings nicht. Hier hat man die Originale M. Jacksons verwendet, Jaffar musste lippensynchron schauspielern. An 2-3 Stellen ist das misslungen, aber Schwamm drüber, die Performance ist trotzdem einzigartig klasse.
Es waren dann auch diese Szenen, die einen aus dem Kinohocker gerissen haben, denn eins ist klar: Das musikalische Vermächtnis M. Jacksons ist unbestritten.

Visuell wurde ebenfalls ordentlich aufgefahren. Neben den Konzertausschnitten aus den verschiedenen Hallen/Stadien hat sich eine Vielzahl von Effektfirmen (u.a. ILM) der optischen Umsetzung angenommen. Ob es durch den Garten wandernde Großwildtiere sind oder der schon erwähnte Affe, meist liegt alles auf einem hohen Niveau. Bei den Schimpansen Szenen war ich nicht sicher, ob nicht doch ein echtes Tier involviert war, so gut ist die Interaktion zwischen Darsteller und CGI-Affen gelungen.

Insgesamt meine ich, dass es sich um ein Pseudobiopic handelt, was als Fan-Film sehr gut funktionieren dürfte, für den aufklärungswilligen Zuschauer aber zu viele inhaltliche Fragen zur persönlichen Geschichte M. Jacksons offen und eine kritische Betrachtung der Person vermissen lässt, während der Film mit den Konzertausschnitten restlos zu begeistern weiß. Im Abspann wurde ein weiterer Teil suggeriert. Spätestens dieser muss sich mit kritischen Inhalten aus Jacksons letzter Lebensphase auseinandersetzen, wenn er nicht unglaubwürdig herüberkommen will.

Allen, die sich am musikalischen Erbe Jacksons verdingen wollen, empfehle ich den Film THIS IS IT oder das derzeit in Hamburg spielende M. Jackson Musical oder der Show ONE des Cirque du Soleil im Mandala Bay Resort Las Vegas.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

Benutzeravatar
MovieMan
Profi
Beiträge: 1159
Registriert: So 14. Okt 2012, 12:02
Wohnort: Hamburger Speckgürtel
Hat sich bedankt: Danksagungen
Danksagung erhalten: Danksagungen

DIE REICHSTE FRAU DER WELT

#1136 

Beitrag von MovieMan »

Es gibt Personen, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. So eine Person ist Marianne (I. Huppert), vermögendes Oberhaupt eines französischen Konzerns. Die Langeweile in ihrem Leben wird unterbrochen, als der windige, aber übercharmante Filou Alain (L. Lafitte) in ihr Leben tritt. Zum Ärger des Restes der Familie kann sie ihm keinen noch so kostspieligen Wunsch abschlagen.

Die Geschichte soll der Milliardärin Bettencourt lose nachempfunden worden sein.
Die Story wirkt schon fast wie ein Gaunerstück, was den Zuschauer sich selbst fragen lässt: Wie viele Unverschämtheiten benötigt es, um zu erkennen, dass man schamlos ausgenutzt wird?

Mit Lafitte hat man einen kongenialen Gegenpart geschaffen. Auf der einen Seite die alternde, überreiche aber vom Leben gelangweilte elegante Milliardärin, auf der anderen Seite ein Lebemann, der für seine Exzesse dauernd Fremdkapital benötigt und in der Art der Beschaffung nicht davor zurückschreckt, alle Umstehenden dauernd zu düpieren, um mit seinem unflätigen Verhalten um die Gunst der Geldgeberin zu werben.
Diese Figuren werden schauspielerisch voll und ganz von Huppert und Lafitte ausgefüllt, unterstützt von einem Drehbuch, welches einen Schwall an Gemeinheiten bereithält, die genüsslich in den Raum posaunt werden.
Das Leben der Reichen und Schönen von seiner widerlichen Seite. Insofern hat der Film inhaltliche Schnittpunkte mit TRIANGLE OF SADNESS.
Vielleicht löst der Film über monetäre Überheblichkeit und moralische Verwerfungen auch eine Art Gerechtigkeitsempfinden unter der breiten Masse des Pöbels aus. Warum soll es den gut Betuchten schließlich besser ergehen als dem Normalbürger?

Unglaublich intensiv gespielte und von fiesen Dialogen durchsetzte Kritik am Geldadel mit zwei sich hervorragend ergänzenden Darstellern.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

Antworten

Zurück zu „Kino, Film, Fernsehen, Musik“