Ich war im Kino...

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MovieMan
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SOMMER AUF ASPHALT

#1151 

Beitrag von MovieMan »

Plötzlich steht Papa Norbert (C.M. Herbst) vor der Tür von Tochter Valeska (M. Emde) und will wieder an ihrem Leben teilhaben. Der Besuch kommt eigentlich zur Unzeit, denn „Les“ hadert momentan mit ihrem Dasein und der Zukunft. Und auch „Bert“ hat da noch was. Aber zunächst mal muss er aushelfen, weil Les in ihrem Job ausgefallen ist. Inwieweit diese Geste die beiden wieder zueinander bringt, bleibt indes fraglich.

Eine Komödie ist es schon, aber eher eine tragische. Thematisiert werden so einige Dinge, wie Vater-Tochter-Beziehungen oder Beziehungen im Allgemeinen, Zukunftsängste, familiäre Fürsorgepflichten und noch Vieles mehr. Trotz manch tragischer Augenblicke schaffen es die Autoren, der Geschichte immer wieder auch Hoffnung beizumischen, sodass die Handlung nicht in das tief Trübsinnige abgleitet und die Zuschauer gleich mit hinunterreißt. Dazu bedient man sich einer Portion leisen Humors, der viele Szenen schnell wieder auflockert.

Mit C.M. Herbst hat man dann auch einen Schauspieler, der beides gut kann: Drama und Humor. Dem steht M. Emde aber in nichts nach. Beide ergänzen sich mit ihren Rollen ganz hervorragend. Auch die Auswahl der Nebendarsteller bzw. der Figuren erweist sich als guter Gegenpol, wenn es gerade gemütsmäßig wieder abwärts zu gehen droht.
Gedreht und produziert in Hamburg ist der Humor auch ein wenig trocken – aber immer von Herzen.

Gefällig gespielte Tragikomödie mit gut aufgelegtem Cast, einem C.M. Herbst, der die anderen mitnimmt und einem hoffnungsvollen Vibe, der die Zuschauer nicht ratlos und konsterniert zurücklässt – obwohl auch die Schattenseiten eines Lebens ausgiebig beleuchtet werden.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

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MovieMan
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DISCLOSURE DAY - DER TAG DER WAHRHEIT

#1152 

Beitrag von MovieMan »

TV-Wetterfröschin Margeret (E. Blunt) erhält von jetzt auf gleich ungeahnte Fähigkeiten. IT-Sicherheitsexperte David (J. O’Connor) kann ebenfalls verblüffende Eigenschaften vorweisen. Gelenkt von einem mysteriösen Hugo machen sich Margeret und David zu einem Treffen auf, welches der dubiose Noah (C. Firth), Leiter einer Nicht-Regierungs-Organisation unbedingt verhindern will. Es folgt eine Hatz quer durch das Land, bei der unklar ist, wer sein Ziel überhaupt und als erstes erreichen kann.

An was glaubst du? Bist du offen für die ganz großen Neuigkeiten? Kannst du sie denn auch verkraften oder möchtest du – wie auch immer – vor ungeahnten Wahrheiten „beschützt“ werden?
Diese Fragen hat kein Geringerer als Regie-Mastermind S. Spielberg in seiner selbst erdachten Geschichte in seinen neuen Film (u.a. auch Regie) eingebaut.
Die Story ist Scifi lastig, ein Genre dem sich Spielberg nicht zum ersten Mal annimmt.
Vordergründig geht es um das Recht der Menschheit alle Wahrheiten und Hintergründe, die Einfluss auf die Lebensweise haben können, erfahren zu dürfen. Im tieferen Sinne finden Themen wie Mitgefühl, Empathie und visionäres Denken ebenfalls Platz in der Geschichte.

Konstruiert hat Spielberg seinen Film als durchgehend spannendes und manchmal actionorientiertes Werk, welches den Figuren aber auch den Zuschauern kaum eine Atempause gönnt. Es wird viel zwischen Personengruppen hin und her gesprungen, sodass gerade am Anfang, wenn noch nicht alle Figuren und Zugehörigkeiten ausgearbeitet sind, der Überblick leicht verloren gehen kann, wenn man nicht aufmerksam folgt.
Während der Wechsel durch die verschiedenen Personengruppen und Aufenthaltsorte in seiner Geschwindigkeit schwindelerregend scheint, bedient sich Spielberg vorwiegend der Bildsprache, um die Geschichte zu erzählen. In einigen Szenen hat er dann aber schon fast zu viel erklärerischen Dialog eingebaut. Dazu hätte es gar nicht bedurft.
Im Großen und Ganzen lässt Spielberg erkennen, wie traumwandlerisch er sich (leicht modernisiert) durch das Erzählkino bewegen und den Kinozuschauern großes Vergnügen bereiten kann. Der Film wirkte vom Ablauf her auf mich wie es C. Nolans TENET getan hat.

Als Mann der alten Garde lässt er auf analogem Material drehen, sodass der Spielberg typische Filmlook entsteht, ohne wie eine digitale Version völlig glatt gebügelt daherzukommen.

Die visuelle tricktechnische Umsetzung ist ein wenig ambivalent. Einige Inhalte (z.B. Tierdarstellungen) wirken in der Tricktechnik angesichts der heutigen Möglichkeiten nicht mehr gänzlich up to date, weil sich z.B. die VFX bei analogem Filmmaterial deutlicher vom Hintergrund abheben.
Der Sound ist nicht schlecht, doch irgendwie unspektakulär.
Beides ist nicht schlimm, weil der Fokus weniger auf der Technik liegt, sondern eher beim Inhalt und den oben aufgeführten Fragen.

Die Schauspielenden haben leichtes Wirken, jedenfalls die Hauptdarsteller. In ihren Szenen können sie ihr spezifisches Können abrufen (insbesondere Blunt und Firth) und so deutlich zum Gelingen des Gesamtwerkes beitragen.

Überraschend hat nochmals J. Williams mit zum Score beigetragen. Auch er beweist, dass er noch zu einer schönen Komposition fähig ist, hier allerdings ohne herausragendes Leitthema, dafür aber im Abspann zum Dahinschmelzen schön.

Der alte Regiemeister kann es noch – das Geschichtenerzählen mit einer Bildsprache, die fast unnachahmlich ist. Ich denke, Spielberg hat uns nochmals einen faszinierenden Scifi Film beschert, der erst so richtig wirkt, wenn man Willens ist, nach dem Film das Gesehene für sich selbst einzuordnen. Danke Steven.
Zuletzt geändert von MovieMan am Fr 12. Jun 2026, 19:15, insgesamt 1-mal geändert.
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OBSESSION - DU SOLLST MICH LIEBEN

#1153 

Beitrag von MovieMan »

Bear (M. Johnston) schwärmt für Nikki (I. Navarrette), aber nicht umgekehrt, bis Bear mit „One Wish Willow“ den ultimativen Wunscherfüller in die Hände bekommt. Doch manche Wünsche erfüllen sich anders als gedacht.

Schon in WISHMASTER hat ein böser Dschinn Wünsche so erfüllt, wie sich der Wünschende das nicht gerade gedacht hat. Dieser Film zielt aber nicht auf Ekeleffekte, sondern auf die Psyche. Langsam, aber unaufhaltsam wird an der Psychoschraube und Spannungsschraube gedreht, bis die Handlung auf den unvermeidlichen Höhepunkt zuläuft.

Gerade I. Navarrette lehrt einem mit ihrer Darstellung das Fürchten. Die anderen Akteure fallen in der Performance deutlich ab.

Insgesamt sieht es nach einer Low-Budget-Produktion aus. Das Bild ist im 4:3 Format gehalten und der Kontrast ist erbärmlich. Viele Details saufen in den dunklen Anteilen der meisten Szenen stark ab. Es gehört zwar zum Stilmittel und zur Dramaturgie, dass manche Szenen weniger gut ausgeleuchtet sind, doch das Ergebnis ist (negativ) too much.

Das gilt auch für die Filmlänge. Der Inhalt wird in ca. 109 Minuten manchmal in die Länge gezogen.

Dennoch geht der Film als spannendes Horror-B-Movie mit hohem Unterhaltungsfaktor durch. Und nach dem Film werden viele Zuschauer glücklich mit ihrer eigenen Beziehung zum Partner/zur Partnerin sein.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

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